Klassischer Stuehle
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Ein Jahr später kehrte sie zusammen mit dem japanischen Handwerker Sougawara
nach London zurück, wo sie als Ambulanzfahrerin tätig war. Eileen
Gray siedelte dann 1917 endgültig nach Paris über und erhielt ihre
ersten Aufträge.
Von 1920 bis 1924 beschäftigte sie sich mit der Einrichtung einer Wohnung
in der Rue de Lota für die Modedesignerin Madame Mathieu-Lévy. Dieses
Projekt war für Eileen Gray eine große Herausforderung. Ihre Idee
bestand darin, die Wände mit Lackpaneelen zu verkleiden und eine dunkle,
intime und exotische Umgebung für die Mischung aus Lackmöbeln, afrikanischer
und alter Kunst zu schaffen, mit der die Wohnung ausgestattet werden sollte.
Zu diesem Zeitpunkt entstand auch die Konzeption ihres berühmten "Block"-Wandschirms.
Die "Block"-Wandschirme zählen zu den augenfälligsten Erfindungen
der irischen Künstlerin. Sie konnten als verstellbare, bewegliche Wände
verwendet werden, die eine Untergliederung des Raums ermöglichten. Weiterhin
erweckten sie durch eine geschickte Verteilung von Dichte und Leere, Masse und
Transparenz den Eindruck von optischer und skulpturaler Leichtigkeit.
Viele entworfene Teppiche von Eileen Gray fanden bei der Einrichtung der Wohnung
Verwendung. Für die Beleuchtungskörper, die neue geometrische Formen
bildeten, verwendete sie Lack, Straußeneier und Pergament. Zu den entworfenen
Möbelstücken für "Rue de Lota" gehörten z. B.
ein Schreibtisch in schwarzem Lack und ein niedriges, langgestrecktes Bücherregal.
Extravagant war das "Pirogue"- Sofa, eine Liege in der Form eines
Kanus auf zwölf Kufen in braunem Lack. Solch eine Form hatte es noch nie
zuvor in der Geschichte des Möbeldesigns gegeben. Dieses Projekt verschaffte
Eileen Gray einen riesigen Erfolg. Ihre Arbeiten fanden in der Presse große
Beachtung.
Rationellere Bauweisen und neue Finanzierungsformen wie die Hauszinssteuer sollten
das Bauen verbilligen. In Großsiedlungen entstanden oft mehrere Tausend kleiner
Wohneinheiten, die die Kriterien der Wohnungsreformer erfüllten. Begrüntes Umfeld,
ausreichende Belichtung und moderne sanitäre Ausstattung hoben sie über den
Standard der Altbauten. Das Grundproblem, nämlich die Schaffung von Wohnraum
für Minderbemittelte, lösten auch solche Projekte nicht. "Die Wohnung für das
Existenzminimum" existierte meist nur auf dem Papier. . Das Bauhausgebäude mit
der markanten verglasten Fassade des Werkstättentrakts wurde sofort als Inbegriff
der Moderne, als Umsetzung von Programm und Anspruch dieser jungen Bildungseinrichtung
verstanden. Seine Klarheit, Helligkeit und Funktionalität setzten Maßstäbe für
die Architektur des Neuen Bauens. Wichtiger als rein ästhetische Kriterien waren
jedoch die sozialpolitischen Forderungen, die an die moderne Architektur gestellt
wurden. Angesichts der großen Wohnungsnot in der Weimarer Republik erschien
eine Reform des Wohnungsbaus dringend notwendig: Allein in Berlin fehlten im
Jahr 1925 rund 100.000 Wohnungen.
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