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Walter Gropius hatte immer beharrt, daß die Anstalt "Archiv Bauhaus"
total unabhängig sein sollte. Er lehnte ab, sich dieses Archiv als Abteilung
innerhalb eines vorhandenen Museums vorzustellen. Von seiner eigenen Erfahrung
mit dem historischen Bauhaus, wußte er auch, daß viele Pläne
nur eine Wahrscheinlichkeit der Realisierung innerhalb einer self-reliant Anstalt
haben würden. Angeregt durch das euphoria um die Beauftragung von Mies
van Der Rohe für den Aufbau der neuen nationalen Galerie 1962 in Berlin,
Hans Maria Wingler, gründendirektor des Archivs Bauhaus, bat um Gropius,
wenn er ein Gebäude für das Archiv Bauhaus entwerfen möchte.
Gropius, das immer des hohen Werbewertes der Gebäude völlig bewußt
gewesen war, könnte nicht ablehnen. Zur Verfügung gestellt durch Wingler
mit einem Plan eines Gebäudeaufstellungsortes auf dem Rosenh"he in
Darmstadt, entwarf er einen Komplex, der eine etwas aufgeschobene H-Anordnung
darstellt, die der Steigung des Plots angepaßt wurde. Gropius schlug vor,
den Ausstellungraum durch Halledächer zu beleuchten. Wingler nahm den Plan
unbedingt an, aber war politisch nicht imstande, das Projekt durch zu tragen.
Er hatte das Gipfel des höchsten Aufstieges in Darmstadt für den Gebäudeaufstellungsort
gewählt. Die Beamten der Stadt meinten eine diese zu vorstehende Position
für ein neu-gegründetes Institut noch bei dem Definieren seines Profils.
Auf einem seiner häufigen Besuche nach Berlin jedoch folgte Gropius, mit,
des Gebäudesenators Rolf Schwedlers am Archiv Bauhaus zu wecken Interesse.
Enthalten sind Materialien über die Vorgeschichte des Bauhauses und über seine Gründung, ausführliche Dokumente zu den politischen Auseinandersetzungen um die Schule, ein Teil der Sitzungsprotokolle des Meisterrats aus den Jahren 1919-1923 sowie wertvolle Unterlagen über den Schulalltag: von Dienstverträgen bis zu Lehrplänen, Satzungen und Programmen. Zahlreiche Manuskripte geben einen Einblick in Gropius' intensive Publikations-, Vortrags- und Lehrtätigkeit während und nach seiner Zeit am Bauhaus. Eine Zeitungsausschnittsammlung aus dem Zeitraum 1917 bis 1934 bietet Informationen zur Rezeptionsgeschichte des Bauhauses und seines eigenen architektonischen Werkes. Hinzu kommt Gropius' Korrespondenz aus den Jahren 1910 bis 1969 mit über tausend Korrespondenzpartnern, darunter Liegen Bauhaus designers Marcel Breuer, Max Bill, Theo van Doesburg, Eileen Gray, Albert Einstein, Lyonel Feininger, Theodor Heuss, Le Corbusier, László Moholy-Nagy, Ludwig Mies van der Rohe, Erwin Piscator, Hans Scharoun, Kurt Schwitters, Kenzo Tange, Henry van de Velde und Frank Lloyd Wright. Enthalten ist auch ein umfangreiches Konvolut von Briefen seiner Frau Alma Mahler-Gropius.
Eileen Gray-Tagesliegen
Le Corbusier-Chaise
Lounge-1927
Ludwig Mies
van de Rohe-Tagesliegen
Der Übergabe des Gropius-Nachlasses folgten zahlreiche weitere Spenden und Legate von ehemaligen Bauhäuslern oder ihren Angehörigen, doch auch Materialien anderer Personen, die dem Bauhaus nahestanden, so etwa das Archiv von Hans Maria Wingler, dem Gründungsdirektor des Bauhaus-Archivs. Vieles konnte im Laufe der Jahrzehnte durch Ankäufe hinzugewonnen werden, zuletzt der Teilnachlaß des Kunstkritikers Adolf Behne, den eine langjährige Freundschaft mit Walter Gropius verband. Nur die wichtigsten Nachlässe und Teilnachlässe seien hier aufgeführt: Walter Gropius, Georg Muche, Roman Clemens, Hans Thiemann, Philip Tolziner, Lucia Moholy, Adolf Behne, Paul Vogler, Hans M. Wingler. Dankadresse des Bauhauses an Herrn und Frau Bürgermeister Hesse, Dessau